Samstag, Dezember 27, 2008

Zurück in der Schweiz

Bereits Mitte September zeigte sich an, dass eine Rückkehr in die Schweiz per Ende Jahr bevorstand. Die verbleibenden Wochen in Hong Kong sind wie im Fluge vergangen und ich bin am 18. Dezember in Zürich gelandet. Nach knapp 3 Jahren Hong Kong dringt das winterliche Schweizer Wetter problemlos bis auf die Knochen durch. Daran muss ich mich zuerst wieder gewöhnen! Dies ist voraussichtlich mein letzter Eintrag im Blog, ein Abenteuer neigt sich seinem Ende zu. Telefonisch bin ich vorläufig wieder auf 078 743 26 67 erreichbar. Vielen Dank für alle Unterstützung und Mittragen!

Freitag, November 07, 2008

Malaysia

Malaysia ist wunderschön! Ich hatte das Vergnügen, für zwei Wochen nach Malaysia zu fliegen, um an einer Konferenz teilzunehmen. Am Flughafen angekommen, ist mir zum ersten Mal aufgefallen, dass ich mich in einem islamischen Land befand. Viele Frauen trugen Kopftuch und in regelmässigen Abständen verbreiteten Lautsprecher auf den Strassen die Gebete aus den Moscheen. Der Tagungsort befand sich knapp zweieinhalb Stunden südlich von Kuala Lumpur in einer ländlichen Gegend. Leider war der Terminkalender ziemlich voll und es blieb nicht viel Zeit für touristische Aktivitäten. Dank kleineren Trips am Wochenende oder an den Abenden blieben trotzdem ein paar grossartige Eindrücke hängen. Die Konferenz war die Reise wert und hat mich schlicht vom Hocker gehauen. Nicht nur bin ich Gott ein Stück näher gekommen; es wurden mir auch neue Dimensionen bewusst. Zudem lernte ich viele tolle Leute aus allen Ecken der Welt kennen. Das Essen in Malaysia ist supergünstig und lecker. Besonders gut haben mir die Reisgerichte geschmeckt, die es überall gibt. Über den traditionellen Kaffee kann man sich streiten; wenn man es gerne süss mag, kommt man bestimmt auf seine Rechnung. Wir hatten einen Shop mit Lavazza Kaffee auf der anderen Strassenseite. Der hat mir weitaus besser gepasst - ein Leben ohne guten Kaffee wäre echt langweilig! Wie fest Hong Kong Bestandteil meines Lebens geworden ist, ist mir in der zweiten Woche in Malaysia aufgefallen. Ich habe das chinesische Essen vermisst! Ein Abstecher ins nahe gelegene Chinatown hat mich aufleben lassen - dort gab es sogar leckeres Dim Sum. Yay! Bevor es zum Flughafen ging, haben wir noch einen Abstecher zu den Petronas Towers gemacht. Leider waren die 1640 täglichen Billete für die Aussichtsbrücke schon am Morgen weg. So what. Nach zwei wahnsinns Wochen war dies ein gerne zu vernachlässigendes Übel.

Samstag, August 30, 2008

Gold Coast Smogfrei!

Hong Kong hat sich nach dem Typhoon vor zwei Wochen von seiner schönen und smogfreien Seite gezeigt. Die Auswirkungen des Typhoons werde ich in einem späteren Post zeigen... Typhoon Nuri hat auf unserem Areal zwei Bäume umgeworfen und bei einem Dritten ist der Stamm in der Mitte zerbrochen! Zugegeben, die Termiten haben kräftig zu diesem Resultat beigetragen. Aber zurück zum Thema Smog. Hong Kong ist im November und Dezember häufig smogfrei, normalerweise aber nicht im Sommer. Das Bild ist auf der Dachterrasse der Gold Coast Mall entstanden, die von meiner Wohnung aus in zwei Fussminuten erreicht werden kann. Greetings from Hong Kong!

Freitag, August 22, 2008

Mister Softee @ work

Vermutlich würde Mister Softee in der Schweiz auf eine andere Verkaufsstrategie setzen, für Hong Kong scheint sie jedoch bestens zu funktionieren. Die Eiswagen der Superlative! Besonders kultig finde ich die spieluhrartige Musik, die die Käufer anlockt. Wer die Stadt im Sommer schon besucht hat, wird bestätigen, dass die hohe Luftfeuchtigkeit, gepaart mit Temperaturen über 30 Grad, die Schweissperlen nur so kullern lassen. Dies kurbelt den Eisverkauf an und freut die Verkäufer. Ob Mister Softee in der Schweiz unter demselben Namen Eis verkaufen würde, ist fraglich. Dieser steigert meiner Ansicht nach den Kultstatus der Eismobile in Hong Kong - Ich freue mich jedesmal, wenn ich eins sehe!

Freitag, August 15, 2008

My Olympia Experience

Wir waren da! Zwar nicht in Peking, dafür in der Olympia Stadt Hong Kong. Es war spannend, Olympia-Luft zu schnuppern! Es begann mit Schlange stehen und einer anschliessenden Eingangskontrolle. Sicherheit hat Priorität und wird geschätzt. Etwas hat mich erstaunt: In Europa hätten die horrenden Preise für Imbiss, Popcorn und Bier mit Sicherheit auf die Stimmung gedrückt. Hier rieb man sich bloss verwundert die Augen! Ein Hot Dog für CHF 1.50 und ein halb Liter Getränk für 80 Rappen. Dafür liebe ich Hong Kong! Mit reichlich Zwipf beladen (wer den Audruck nicht kennt, soll sich an einen Schweizer Soldaten wenden) fanden wir schliesslich unsere Plätze auf der Tribüne. Wir waren zuoberst im hinteren Drittel; der Grossbildschirm war auf der uns verborgenen Seite. Man hat uns später gesagt, dass wir einmal als Grossaufnahme auf der Leinwand zu sehen waren. Der erste Schritt zur Berühmtheit! :-) Pferde sind für mich nichts alltägliches, somit genoss ich die Abwechslung. Die uns geschenkten Tickets waren für die Dressage. Dort geht es darum, mit dem Pferd eine bestimmte Formation zu absolvieren. Bewertet wird das Zusammenspiel von Pferd und Reiter; Kommandos dürfen nicht mündlich erfolgen, sondern müssen mit Zügeln und dem Verlagern von Körpergewicht kommuniziert werden. Je niedriger die finale Punktezahl ausfällt, desto besser für das Duo. Mir hat der Abend gut gefallen. Er war nicht unbedingt actiongeladen aber interessant und entspannend!

Freitag, August 08, 2008

Olympia in Hong Kong

Olympia, here I come! Die Welt ist im Olympiafieber. Jedoch nicht nur sportliche Disziplinen sind angesagt, auch das Geld verdienen darf nicht vernachlässigt werden. Wie der Tagesanzeiger kürzlich berichtete, sind haufenweise falsche Eintrittskarten im Internet verkauft worden. Man stelle sich vor, nach einer langen Reise in Peking zu erscheinen um herauszufinden, dass seit langem keine Karten mehr erhältlich sind! Die Eröffnungsfeier im "Vogelnest", wie das Stadion in Peking liebevoll genannt wird, kommt gut daher. Eigentlich habe ich nichts anderes erwartet - wenn es um's Präsentieren und den Nationalstolz geht, lassen die Chinesen nichts anbrennen und schiessen aus allen Kanonen! Ich bin einmal mehr dankbar für Live Streaming im Internet! Während sich die Welt während der nächsten 2 Wochen hauptsächlich um Peking dreht, gibt es auch Olympische Aussenstandorte. Einer davon ist Hong Kong und wir haben - Freude herrscht! - gratis Eintrittskarten für die morgigen Pferdesportdisziplinen erhalten. Ich habe mit vielem gerechnet, nicht aber, die olympischen Spiele zu besuchen. Ich bin gespannt! http://www.discoverhongkong.com/equestrian2008

Montag, Juli 21, 2008

Ameisenplage

Haben sie sich wirklich keinen anderen Platz aussuchen können? Es ist heiss und hat um die 35 Grad bei 95% Luftfeuchtigkeit. Auch Nachts ist es noch recht warm; schlafen ist da nur mit Klimaanlage angenehm. Letzte Nacht per Knopfdruck eingeschaltet, hat sich auch sogleich ein Rascheln in deren Innenleben bemerkbar gemacht. Sogleich sind die ersten Ameisen und Ameiseneier aus dem Windkanal geflogen. Toll. Dies hat mich ans vergangene Jahr errinnert, wo genau dasselbe passiert ist. Leider werden dabei nicht alle Tiere gleichzeitig ins Schlafzimmer befördert, sondern nach und nach. Im Bett liegend oder in der Nacht aufgewacht, hat sich immer wieder mal ein Krabbeln am Bein oder Rücken bemerkbar gemacht. Dies ist immerhin mal eine Abwechslung zu den Tigermücken, die es hier wie Sand am Meer gibt http://www.nzz.ch/nachrichten/panorama/tigermuecke_aargau_1.590210.html ) Während die letztjährige Ameisenattacke nach einer Nacht niedergeschlagen war, scheint sich diesmal ein grösserer Stamm eingenistet zu haben. Heute nach der Arbeit zum Joggen aufgebrochen und nach der Rückkehr die kühlende Anlage eingeschaltet - Nicht schon wieder! Diesmal konnte ich es beim Staubsaugen nicht unterlassen, den Krabblern bei der Arbeit zuzuschauen. Beeindruckt hat mich die liebevolle Pflege des Nachwuchses. Anstatt in egoistischer Manier vor dem herannahenden Staubsaugerrohr davonzurennen, haben viele vorher noch versucht, eine Larve in Sicherheit zu bringen. Dies ist zwar lobenswert, Mitleidspunkte gibts dafür jedoch keine. Ebenfalls beachtenswert scheint mir deren Organisationstalent: Beim Anheben der Bettdecke kam ein säuberlich aufgeschichtetes Eierlager zu Vorschein. Da hat aber jemand effizient gearbeitet! Dasselbe wiederholte sich unter dem am Boden stehenden Rucksack. Studiert und aufgesaugt. Hoffentlich ist das Abenteuer bald vorbei und der Sauger geht als Sieger hervor. Übrig bleibt die Frage, ob die Ameisen die unfreiwillige Sammelaktion überlebt haben und sich im Staubsack bereits wieder ein Zuhause geschaffen haben?

Dienstag, Juli 01, 2008

Moderne Kunst

Ich hatte schon zweimal das Vergnügen, in Hong Kong eine Kunstausstellung zu besuchen. Moderne Kunst inspiriert, regt die grauen Zellen zum Denken an und fördert das Vorstellungsvermögen. Somit eine gute Sache! Die Ausstellung war gross und beinhaltete auch Werke von wohlklingenden Namen wie Pablo Picasso oder Andy Warhol. Ich liebe Andy's Suppendosenbilder und bin immer wieder überrascht, woher die Künstler die Fantasie nehmen, die sie auf die Leinwand bannen. Zugegeben, in gewissen Fällen bin ich auch dankbar, dass solche Gedanken nicht in meinem Gehirn rumkurven! Ein paar Fotos von Werken sind im Flickr Album des Blogs zu finden. Das Bild auf der rechten Seite dünkt mich interessant. Die australische Künstlerin hat sich in letzter Zeit intensiv damit beschäftigt, Filmsequenzen zu malen. Das dies nicht ganz einfach ist, versteht sich von selbst. Beim genauen Betrachten kommen nicht nur Gesichter, sondern auch Strassen und Gebäude zum Vorschein. Leider bleiben viele Details über das Bild im Kopf der Malenden. Beim Besuchen der Ausstellung hat mich etwas schwer beeindruckt. Obwohl die Bilder zum Teil mehrere Hunderttausend US Dollars wert sind, hängen sie ungeschützt an der Wand und sind frei zugänglich. Dies nenne ich Vertrauen in die Besucher - Vielleicht sind die Werke einfach auch nur gut versichert.

Montag, Juni 30, 2008

Welcome back!

Gestern wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass der Blog schon seit 3 Monaten nicht mehr nachgeführt worden ist. Au weia - dies sollte wirklich nicht passieren... Es ist auch immer allerhand los... Ich will Besserung geloben und wieder regelmässiger Updates schreiben. Falls das nicht gelingen sollte - bitte nachhaken! :-)

Freitag, April 04, 2008

Alle Jahre wieder...

Kaum wieder in Hong Kong angekommen, stellte ich mit Erstaunen fest, dass bereits wieder ein Jahr vorüber sein musste. Bei uns wird nämlich rund einmal jährlich eingebrochen. Zuerst möchte ich meinem Unmut Ausdruck verleihen: Wer kommt auf den Gedanken, eine Non-Profit Organisation, die sich den Ärmsten der Welt gewidmet hat, zu bestehlen? Dies ist meiner Meinung nach schon im Grundsatz falsch und verachtenswert. Selbst falls es sich um eine mittellose Person gehandelt haben sollte, muss ich diese enttäuschen. Die Alarmanlage war schneller! Nachdem letztes Jahr der Aktenschrank aufgebrochen worden war (Beute minim, das Bargeld befand sich eine Schublade tiefer), haben wir uns im letzten Sommer einen 100 kg schweren Safe gekauft. Dieser ist als Kästchen getarnt und in die Wand geschraubt. Wir haben zudem kürzlich eine Alarmanlage für den Bürokomplex gespendet bekommen. Der Anzahl Fehlalarme nach zu urteilen, musste diese im Ernstfall einfach funktionieren. Und in jener Nacht hat sie ihren Dienst auch zu unserer vollsten Zufriedenheit erledigt. Mich freuts - unseren Besuch vermutlich weniger.

Donnerstag, März 27, 2008

Pink Dolphins

Vor einigen Monaten habe ich im Blog beschrieben, wie wir uns auf die Suche nach pinken Delfinen begeben hatten. Gesehen haben wir damals leider keine; Spass hat der Ausflug dennoch gemacht. Diesmal kam es anders. Am Wochenende vor meiner Schweizreise besuchten wir Tai O auf Lantau Island. Es handelt sich dabei um ein auf Stelzen gebautes Dorf. Vor einigen Jahren ist ein grosser Teil des Dorfes abgebrannt, vieles wurde jedoch wieder aufgebaut. Bewohnt wird es primär von älteren Leuten, denen die kleinen Gebäude und die Touristenbesuche nicht viel auszumachen scheinen. Interessant fand ich, dass auf dem lokalen Markt alle möglichen und unmöglichen Meeresfrüchte zum Kauf angeboten wurden. Es hatte sogar ausgestopfte Haie, neben denen ein Schild zum abenteuerlichen Foto einlud. Als wir schon fast auf dem Heimweg waren, wurden wir von einem Einheimischen angesprochen. Er unternimmt mit seinem Boot Touren zu den pinken Delfinen. Diese sind häufig vor Ort, wenn Fischerboote in der Region ihre Runden drehen. Dies war an jenem Tag der Fall. Mich wunderts, dass diese Tiere bei der Hong Konger Meeresqualität überleben können. Ein paar Hundert Meter vom Ufer weg trafen wir schliesslich auf ein Rudel Delfine. Wieso sind diese Delfine pink? Im Grunde genommen sind sie weiss. Nein, dies ist deren Originalfarbe und keine chemische Reaktion! Wenn sie sich durchs Schwimmen anstrengen, erröten sie, was dann pink schimmert. Nach der Schlappe des ersten Ausfluges, die wir mit Toblerone versüssen mussten, sind wir nun doch noch auf unsere Kosten gekommen! Freude herrscht!

Freitag, März 07, 2008

Schweiz Ahoi!

Good-bye Hong Kong! Zumindest für 3 Wochen. Weg von Arbeitsstress, Durian und Century Eggs (Bild). Bisher hat mir niemand sagen können, wie diese genau entstehen. Eines ist sicher: Sie haben einige Zeit gereift. Das Eiweiss wird schwarz und durchsichtig und der Dotter grün. Manchmal wird dieser sogar flüssig. Der Geschmack des Ganzen ändert sich interessanterweise nicht gross und nur manchmal fäulelt es beim Abgang ein Bisschen. Century Eggs sind bestimmt nicht jedermanns Sache und auch ich brauche sie nicht allzu häufig um glücklich zu sein :-) Aber zurück zur Schweiz: Ich freue mich sehr, Familie und Freunde zu treffen und hoffe auf schönes Frühlingswetter. Ich kann in dieser Zeit auf dem Schweizer Natel erreicht werden 078 743 26 67. Bis bald!

Mittwoch, Februar 13, 2008

Kung Hei Fat Choi!

Schon wieder gerutscht. Wie ist das möglich? Das chinesische Jahr beginnt Mitte Februar; somit können Mann und Frau doppelt feiern. In Asien wird letzterem mehr Beachtung geschenkt als unserem Jahreswechsel. Mir soll's recht sein - zweimal Neujahr zelebrieren kommt gut!

Freitag, Februar 08, 2008

Kalt!

Richtig, das Bild zeigt nicht Hong Kong. In Hong Kong hat es seit Menschengedenken (oder zumindest die letzten paar Jahrzehnte) nicht mehr geschneit. Und das ist auch gut so. Das Bild wurde vor meinem Auslandaufenthalt in St Gallen aufgenommen. Es war keine einfache Zeit. Nicht nur die Jobübergabe fiel schwieriger aus als geplant, auch das Zügeln brauchte zusätzliche Energie. Ich bin froh, dass schliesslich doch noch alles geklappt hat! Wieso ich gerade dieses Bild heraufgeladen habe? Weil mich Hong Kong momentan stark an die Schweiz errinnert. Nein, nicht wegen der Berge. Zwar ist es in Hong Kong nicht so kalt wie in der Schweiz. Wenn die Temperaturen unter 10 Grad fallen, herrscht Weltuntergangsstimmung und Hong Kong trägt Schal, Mütze und Daunenjacke. Mit verantwortlich ist die hohe Luftfeuchtigkeit und der Wind, die die Temperaturen weit frostiger erscheinen lassen, als diese in Wirklichkeit sind. Auch die Heizsituation macht einen Unterschied. In Schweizer Wohnungen mit Zentralheizung kann man normalerweise im T-Shirt herumlaufen ohne zu frieren. Nicht in Hong Kong. Während hier im Sommer vollgas mit Klimaanlagen gegen die Hitze angekämpft wird, sieht sich die Stadt (und auch das restliche China) im Winter der Kälte ausgeliefert. Besonders schlimm ist die Situation momentan für die Leute auf dem chinesischen Festland, die für das Chinesische Neujahr zu ihren Familien zurückkehren wollen und wegen der prekären Schneeverhältnisse auf Bahnhöfen oder Flugplätzen festsitzen. Dies tut mir wirklich Leid. Wir sind hier glücklicherweise an der (Güter-)Quelle und haben Heizöfen in unseren Wohnungen. Diese sind besonders praktisch für das Schlafzimmer. Das morgendliche Highlight bildet die heisse Dusche - Der Weg dorthin scheint jedoch mindestens dreimal so weit als üblich!

Mittwoch, Januar 30, 2008

Ferien in der Schweiz geplant!

Das kann doch nicht sein... sind die letzten Ferien in der Schweiz schon wieder ein Jahr her? Das vergangene Jahr war von vielen guten Dingen gepraegt - und erstaunlich kurz dazu! Dies ist mir einmal mehr bewusst geworden, nachdem der Flug gebucht war. Wann werde ich in der Schweiz sein? Vom 11. bis 30. Maerz 2008. Ich freue mich sehr auf die Schweiz und bin ueberzeugt, wie im letzten Jahr viele Freunde und Verwandte zu treffen. Jedesmal stellt sich fuer mich dieselbe Frage: Was hat sich veraendert und wie wird mich der Aufenthalt praegen? Werde ich mich wieder voller Elan nach Hong Kong stuerzen oder ist eine erneute bewusste Entscheidung noetig, um weiter im Osten zu buchhalten? Die Antwort auf diese Frage ist simpel. Wir werden sehen! Dies ist Teil des Funs und kann nicht im voraus geplant werden. Nach zwei Jahren Hong Kong stechen die Veraenderungen zu Hause immer mehr hervor. Gruenflaechen sind ploetzlich verbaut, Kollegen haben die Arbeitsstelle gewechselt und auch in der Politik tut sich einiges. Zum Glueck gibt es Zeitungen online, um das Geschehen ein wenig aus der Ferne mit zu verfolgen. Schoen ist auch immer, Nachwuchs zu besuchen, der vor der Abreise noch nicht da war. Heimat bleibt Heimat, wie lange man auch anderswo weilt! Es gibt zwar Veraenderungen, der Grossteil bleibt jedoch bestaendig. Die Bestaendigkeit ist wohl das Gut, an dem sich Auslandschweizer laben und die fuer sie Heimat bedeuten. Hong Kong ist eine Stadt, in der es sich gut leben laesst. Sie wird fuer mich jedoch nie die Schweiz ersetzen koennen. Das muss sie gluecklicherweise auch nicht! Zurueck zum Thema Ferien: Ich werde wohl schon bald mit der Terminplanung anfangen. Wenn Du im Maerz mit mir abmachen moechtest, melde Dich doch bitte. Dies vereinfacht nicht nur meine Planung; ich freue mich auch immer, von Familie, Freunden und Bekannten zu hoeren! Ich werde einige Personen direkt anpeilen, werde aber aus zeitlichen Restriktionen wohl nicht mit allen Leuten abmachen koennen, die ich gerne treffen wuerde. Spannend wird die Zeit auf jeden Fall - Let's stay tuned!

Donnerstag, Januar 17, 2008

Tapetenwechsel

Manchmal hat es Vorteile, wenn Freunde auf Reisen gehen. Diese Regel gilt besonders dann, wenn sie einem anbieten, fuer sechs Wochen in ihre Wohnung zu zuegeln! Als Familie mit Kindern ist man bei unser Organisation im Bereich Wohnen privilegiert. Anstelle von einem Zimmer in einer kleineren 3-Zimmer Wohnung sind die Familienwohnungen flaechenmaessig um einiges groesser und haben 4 Zimmer. Ich hatte das Privileg, Anfang Dezember in eine solche Wohnung zu zuegeln und fuer ein paar Wochen mehr Flaeche und Ruhe geniessen zu koennen! Die Wohnung ist etwa flaechengleich mit der Wohnung in St. Gallen, die ich vor dem Wegzug nach Hong Kong zusammen mit Urs gemietet hatte. Wie schnell vergisst man ein solches Privileg! Dies nicht nur, weil Urs ein super WG Kollege war. In Hong Kong ist alles ein wenig kleiner als in der Schweiz. Dies betrifft auch die Wohnungen. Die Stadt ist flaechenmaessig 40 mal kleiner als die Schweiz, hat jedoch die gleiche Einwohnerzahl. Dieser Faktor schlaegt sich auf die Wohnungsmietpreise nieder. Viele Hong Konger Familien wohnen mit ein oder zwei Kindern in einer 2.5 oder 3 Zimmerwohnung und erachten das als normal. Wie sind wir doch verwoehnt! Leider neigen sich meine beschriebenen 6 Wochen bereits wieder dem Ende zu, Dan & Carine kommen naechste Woche wieder nach Hong Kong. Ich freue mich sehr, sie wieder zu sehen. Auf der anderen Seite heisst das aber auch, meinen ganzen Kram wieder 200m oestlich in mein Zimmer zu zuegeln und die Bude hier auf Hochglanz zu bringen. Man(n) will ja nicht in Verlegenheit geraten :-) Ich weiss nun, was ich zu tun habe: Die Ruhe in der naechsten Woche nochmals in vollen Zuegen zu geniessen!

Sonntag, Januar 06, 2008

Kultureller Austausch

Bisher hat der kulturelle Austausch eher einseitig stattgefunden, da ich mich in Hong Kong primaer an lokaler Verkoestigung versucht habe. Mein Beitrag zur Verbreitung von Schweizer Tradition bestand bisher aus Schokolade, Roesti und Raclette. Nie vergessen werde ich die Story, als ich zum 1. August ein Zuercher Geschnetzeltes mit Roesti gekocht habe und unsere Franzoesin erfreut ausgerufen hat: "Oh, du boeuf avec des champignons a la creme avec des Crepes aux pommes de terre! La recette de ma grande-mere"! Was will man dazu noch sagen? Nach anfaenglicher Diskussion haben wir uns schliesslich darauf geeinigt, dass gewisse Rezepte vielerorts gekocht werden und die Herkunft keine Rolle spielt, solange das Resultat geniessbar ist! Beim Raclette um die Weihnachtszeit haben wir dann auch gar nicht angefangen zu diskutieren, aber einmal mehr ueber die Geschichte vom 1. August gelacht. Gluecklicherweise (danke!!) haben mein Dad und Hansueli einen halben Koffer voll Koestlichkeiten importiert. Objekt der Ueberraschung war ein in unserer Familie traditioneller Geburtstagsgugelhopf von meiner Mutter. Damit hat sie sich selber uebertroffen! Er hat unbeschaedigt sowohl den check-in als auch den Flug ueberstanden und war koestlich. Der weit gereiste Raclettekaese fiel dem Weihnachtsraclette zum Opfer und auch die Schokolade fand reissenden Absatz. Es ist immer wieder witzig, Neulingen zu zeigen, wie Raclette gegessen wird. Ob typisch schweizerisch oder nicht - dies ist kultureller Austausch in seiner leckersten Form!

Montag, Dezember 24, 2007

Alle Jahre wieder...

Ich wuensche frohe und besinnliche Weihnachten! Dies sind fuer mich bereits die zweiten Weihnachten in Hong Kong. Der Englische Einfluss ist kaum zu uebersehen, viele feiern sowohl die westlichen als auch die chinesischen Feiertage. Meist sind es die chinesischen Geschaefte, die nur eine Woche ueber das chinesische Neujahr im Februar die Tueren schliessen. Nochmals die Weihnachten in Hong Kong zu verbringen, ist selbst fuer mich eine Ueberraschung. Dies war nicht geplant! Verschiedene Faktoren haben schliesslich dazu gefuehrt. Zum einen haette unser Werk ein grosses Problem gehabt, wenn ich waehrend des Jahres unsere Buchhaltung im Stich gelassen haette. Im Nachhinein weiss ich, dass niemand diese haette machen koennen oder bereit gewesen waere, dies ehrenamtlich zu tun. Dies ist ein Grund, dass es mir richtig schien, laenger zu bleiben. Ab Januar werde ich laengerfristig Hilfe in der Buchhaltung erhalten. Dies sollte mir erlauben, die Buchhaltung zu ueberwachen und in andere Gebiete wie Projekte einzusteigen. Ich bin momentan in ein Projekt involviert, mache das aber nur nebenher. Mir gefallen die Stadt und die Leute wirklich gut. Im Vergleich zur Schweiz scheinen vor allem die Jungen viel anstaendiger und disziplinierter zu sein. Dies ist grossartig! Man sieht nicht viel Gepoebel und das Polizeiaufgebot ist gross. Nicht umsonst gilt Hong Kong als sichere Stadt. Ich bin in einer christlichen Gemeinde aktiv, mit der ich mich identifizieren kann. Ein kuerzlich gestartetes Projekt zielt auf den Aufbau von Kontakten mit Studenten vom chinesischen Festland, die in Hong Kong studieren. Wir bieten englische Konversationsabende an. Mein erstes Jahr in Hong Kong war primaer die Zeit, die ich brauchte, um mich einzuleben und mit den Leuten und der riesen Stadt klarzukommen. Dies ging fuer mich als Schweizer vom Lande nicht von heute auf morgen. In der Zwischenzeit fuehle ich mich hier zu Hause; nur an den Smog und die schlechte Luft werde ich mich wohl kaum gewoehnen koennen. Wir sind rund 60 Vollzeitmitarbeiter in unserer Organisation und koennten nochmals 20 brauchen. Wir arbeiten und leben auf einer ehemaligen Militaerbasis. Wir bezeichnen uns als Familie; wenn ich so darueber nachdenke, muss ich sagen, dass wir das auch sind. Knapp die Haelfte sind Australier; der Rest auf etwa 20 Nationen verteilt. Der deutschsprachige Raum ist mit mir und Lisa, einer Deutschen, vertreten. Ich erwaege stets den Zeitpunkt, wann ich in die Schweiz zurueckkehren soll. Ich will mich in dieser Frage fuehren lassen und bleibe wachsam, um diesen nicht zu verpassen. Eines ist sicher: Ich weiss, dass er noch nicht gekommen ist! In der Zwischenzeit geniesse ich die Weihnachtszeit und denke - abseits von Geschenken und Einkaufsstress - ueber den wahren Sinn von Weihnachten nach. Frohe Weihnachten Euch allen!

Samstag, Dezember 15, 2007

Besuch aus der Schweiz

Mitte November kamen mein Vater und Hansueli (wir kennen uns von frueher) auf dem Flughafen an. Sie nahmen sich zwei Wochen Zeit, um Hong Kong und unser Werk kennen zu lernen. Dies hat mich sehr gefreut und motiviert, meinem Besuch eine Woche lang die schoensten Flecken der Stadt zu zeigen. Ihre Anpassungs- und Experimentierfreudigkeit hat mich ueberrascht und wir hatten eine grossartige Zeit zusammen. Am ersten Tag gingen wir Dim Sum essen und ich erlaubte mir den Spass, unter anderem Huehnerfuesse zu bestellen. Zugegeben, ich mag sie auch nach mehrmaligem Probieren noch nicht besonders gern - sie sind jedoch in der traditionellen Hong Konger Kultur verankert. Grundsaetzlich werden alle Teile der Tiere verspiesen. Beim Schwein sind dies auch die Ohren oder der Darm. Gluecklicherweise gibt es auch Teile des Tiers, die mir schmecken. Ein Besuch im Frischfleischmarkt um die Ecke durfte nicht fehlen. Dort springen Fische und Krustentiere auf den Tischen herum, Huehner warten in Kaefigen auf einen Kaeufer und Froesche sowie Schildkroeten sind in Netzen gestapelt. Was auch immer der Schweizer Tierschutz zur Tierhaltung sagen wuerde - frisch sind die Produkte auf jeden Fall! Die Temperaturen im November waren erstaunlich kuehl - meiner Ansicht nach zu kuehl. Ich habe oefters eine Jacke getragen und Nachts den Heizofen angeworfen. Dies hat ein komisches Bild von Hong Kong vermittelt, da es haeufiger schwuehl schwitzig heiss als froestelnd kalt ist. Wir haben taeglich Touren unternommen und sind manchen Kilometer marschiert. Die oeffentlichen Verkehrsmittel sind zwar sehr gut organisiert, viele Orte und Sehenswuerdigkeiten jedoch besser zu Fuss erreichbar. Lamma Island war ebenfalls auf der Tourenliste. Neben dem Ueberqueren der Insel und einer Schifffahrt ergab sich auch ein Strandbesuch. Zum Schwimmen war es jedoch zu kalt. Witzig war unser mehrmaliger Versuch, die abendliche Lichtshow am Star Ferry Pier zu sehen. Dies hat schliesslich beim vierten Versuch geklappt. Spontane Aenderungen im Tagesprogramm oder Stau haben uns stets einen Strich durch die Rechnung gemacht. Der Besuch zeigte sich von unserer Organisation beeindruckt. Aus der Naehe sieht das Werk einiges groesser aus, als sich das die meisten vom Gehoerten vorstellen. Die Bilanz der zwei Wochen war sehr positiv. Wir haben viel gesehen und ausgetauscht. Viele der Gespraeche starteten auf Grund der Arbeit hier oder unserer nicht alltaeglichen Betriebsphilosophie. Woche fuer Woche verlassen in Hong Kong gespendete Gueter im Volumen eines Containers unser Areal, um Armut in Hong Kong und Drittweltlaendern zu bekaempfen. Geblieben sind viele Bilder (die ich bald raufladen werde) und schoene Errinnerungen. Danke fuer den Besuch und bis hoffentlich bald mal wieder!

Sonntag, November 11, 2007

Tierisch...

Wir hatten kuerzlich Besuch besonderer Art. Ich habe davon gehoert, dass Affen auf unserem Areal leben sollen - gesehen hatte ich bisher jedoch noch keinen. Sie sollen ziemlich aggressiv sein und von naeherem Kontakt wird wegen Bissen und Kratzern abgeraten. Was der Affe genau vor dem Buerogebaeude suchte, wissen wir nicht. Es schien ihm jedoch zu gefallen! Er war die Attraktion des Tages. Dies schien ihn jedoch nicht besonders zu beeindrucken. Obwohl eine Schar von Leuten ihn beim Sitzen auf dem Baum beobachtete, schaute er nur gelangweilt um sich... Dies ist eines der Dinge, die mich an Hong Kong faszinieren. In den letzten paar Wochen haben wir auch vermehrt Schlangen auf dem Areal gefunden. Waehrend eine schwarze Babykobra kuerzlich fuer Aufregung sorgte (jeder wunderte sich, ob sich die Mutter in der Naehe aufhaelt?) war es letzte Woche eine kleine gruene Baumschlange. Einer unserer Mitarbeiter fand diese in einer Kartonschachtel im Packraum fuer elektrische Geraete. Die grasgruene 2 Meter Version war kurz zuvor hinter einem der Gebaeude gesichtet worden. Ein Freund hielt sie fuer einen Besenstil und wollte gerade nach ihr greifen, als er den Irrtum bemerkte. Vorfaelle wie diese halten uns auf Trab und sind mit dafuer verantwortlich, dass mir Hong Kong auch nach 1.5 Jahren immer noch saumaessig gut gefaellt! :-)